Auf dem Camino nach Santiago:

Von Sarria bis nach Santiago de Compostela

Hallo ihr Lieben,

zusammen mit drei anderen Missionaren durfte ich mich vor Kurzem auf einen ganz besonderen Weg machen: Wir sind den berühmten Jakobsweg von Sarria bis nach Santiago de Compostela gepilgert.

Unser Auftrag war es, eine Gruppe von US-amerikanischen Studenten der Franciscan University Steubenville geistlich zu begleiten. Diese Studenten machen derzeit ihr Auslandssemester am österreichischen Standort der Uni in Gaming und haben sich auf das Abenteuer „Camino“ eingelassen. Es war eine wunderschöne, intensive Zeit, in der wir den spirituellen Rahmen gestalten und als Wegbegleiter für sie da sein durften.

Meine „Monkey Group“: Vorbild, Stütze und pure Freude

Wir Missionare wurden jeweils kleineren Gruppen von 4 bis 5 Studenten zugeteilt. Ich hatte das große Glück, die „Monkey Group“ begleiten zu dürfen – und was für ein Segen das war!

Ich bin unglaublich stolz auf meine Studenten. Es hat mich tief berührt zu sehen, wie gottesfürchtig und ausgerichtet sie die ganze Zeit unterwegs waren. Selbst wenn die Blasen an den Füßen brannten und die Muskeln schmerzten, haben sie Gott mitten im Leiden gesucht. In ihrer Einfachheit und ihrer echten, tiefen Freude durfte ich Gott in jedem Einzelnen von ihnen begegnen. Es war mir eine Ehre, für sie Vorbild und Stütze auf diesem Weg zu sein.

Gottes Überraschungen am Wegesrand

Der Jakobsweg ist bekannt für seine Begegnungen, und Gott hat uns reich beschenkt:

  • Lobpreis zieht Herzen an: In einem kleinen Dorf wollten wir eigentlich Passanten vor einer Kirche zum Lobpreis einladen. Als wir dort ankamen, war das Dorf wie ausgestorben – keine Menschenseele weit und breit. Also beschlossen wir, einfach für uns als Gruppe Gott zu loben und anzubeten. Als ich nach einiger Zeit die Augen wieder öffnete, traute ich meinen Augen kaum: Viele Menschen hatten sich versammelt, hörten zu, freuten sich und stimmten mit ein. Eine wunderschöne Erinnerung: Gott selbst ist es, der die Menschen einlädt!

  • Ein Rosenkranz für Texas: Auf dem Weg kam ich mit einer Pilgerin Anfang 50 aus Texas (USA) ins Gespräch,die Mormonin ist. Wir kamen tief ins Reden über den Glauben. Nach zwei Tagen, als wir uns wieder sahen, kam sie auf mich zu und fragte mich, ob ich ihr den Rosenkranz beibringen könne. Ich erklärte ihr das Rosenkranzgebet und schließlich haben wir den Rosenkranz gemeinsam mit meinen Monkeys gebetet! Im Anschluss schenkte ich Ihr einen meiner Rosenkränze. Wir sind bis heute in Kontakt! Bitte betet für sie.

  • Gebet in Santiago: In der Franziskanerkirche in Santiago de Compostela durfte ich mit und für einen anderen Pilger beten – ein Moment voller Tiefgang und Heilung.

  • Ein persönliches Geschenk: Wer mich kennt, weiß um meine Liebe zu Eichen. Den gesamten Weg über durfte ich meinen Lieblingsbaum in voller Pracht sehen – für mich kleine, liebevolle Aufmerksamkeiten Gottes am Wegesrand.

Gemeinsam als Missionsteam

Besonders dankbar bin ich auch dafür, dass wir gemeinsam als Missionsteam auf diese Pilgerresise gewesen sind. Ihr wart alle den ganzen Weg über in meinem Herzen. Ihr habt mich getragen.

Der Camino hat mir einmal mehr gezeigt: Wenn wir uns auf den Weg machen, geht Gott jeden Schritt mit. In der Freude, im Schmerz und in jeder Begegnung.

Danke für all eure Gebete, die uns über die Kilometer hinweg getragen haben!

Alles Liebe und Gottes reichen Segen,

Euer Nici